Archiv der Kategorie: Stadt

Petition für Ökostrom an Stadt Bielefeld übergeben

  • Nächster Termin:
    Öffentlicher Bürgerausschuss mit Stellungnahme von uns (vorraussichtlich) am Dienstag, 31. Mai 2016 – Wir freuen uns über Unterstützung! 17 Uhr, Nahariya-Raum (1. Stock), Altes Rathaus Bielefeld.
  • Die Presse hat von der Übergabe berichtet.
  • Stadtwerke äußern sich ablehnend und kritisieren Träger des „Innovationspreis der SPD 2011“ Elektrizitätswerke Schönau.

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Am Donnerstag dem 11. Mai 2016 haben wir die Petition im Rechtsamt im Bielefelder Rathaus übergeben. Versammelt waren:

  • Der Vorsitzende des Bürgerausschusses,
    CDU-Politiker Henrichsmeier.
  • 2 städtische Angestellte
  • 2 Journalisten
  • 4 Unterstützende der Petition

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Der Fotojournalist hatte es eilig. Schnell wurde ein Bild geschossen (man erkennt noch die vom Fahrtwind zerzausten Haare, denn die Petitions-Steckdosen wurden „just in time“ im Fahradanhänger mitgebracht). Danach erläuterten wir die ausgedruckte Gesamtliste + Fotoausdrucke der Unterschriftenformulare. Vom Rechtsamt wurde auf vorgeschriebene händische Unterschrift hingewiesen und diese auf beide Beschlussvorlagen gesetzt.

Im Pressegespäch ging es auch um Kosten. Erstes Vorurteil: Ökostrom muss teurer sein: Wir wiesen auf die Einsparungen bei der NRW Landesverwaltung hin. Dann wurden die Elektrizitätswerke Schönau Thema, da Sie Ökostrom (für Privatkunden) günstiger anbieten, als die Stadtwerke ihren Atom- und Kohlestrom.

Im Presseartikel greift Stadtwerke-Pressesprecher und SPD-Ratsmitglied Marcus Lufen die Elektrizitätswerke Schönau aus dem Schwarzwald sehr direkt an:

„Unser Enerbest-Blue-Tarif ist gerechnet auf den Jahresverbrauch eines Dreipersonenhaushalts 31,50 Euro teurer als der billigste Ökostromanbieter. Aber finanziert der auch den Nahverkehr und die Bäder in Bielefeld“

Die Netzkauf-Genossenschaft aus Schönau erhielt im Jahr 2011 von Festredner Sigmar Gabriel den Innovationspreis der SPD als ein „Musterbeispiel für dezentrale Energieversorgung unter Vorrang erneuerbarer Energien“. Das können die Stadtwerke Bielefeld nun nicht von sich behaupten. Stadtwerke-Bielefeld-Sprecher Lufen stellt sogar klar, dass man auf den Handel mit klimaschädlichem Kohle- und gefährlichem Atomstrom nicht verzichten will:

„100 Prozent Ökostrom ist nicht unser Geschäftsmodell“

… leider, sollte man hinzufügen.

Dies zeigt einen falschen Fokus, der immer wieder zu skurilen Aussagen auch von der Geschäftsführung  führt. Vor einiger Zeit forderte Friedhelm Rieke die Abschaltung von Windrädern am Wochenende, hat dann aber doch eingesehen, dass an der Stilllegung der alten Stadtwerke-Kohlekraftwerke kein Weg vorbei führt.

Zum ÖPNV und dem wichtigen Aspekt sozial gerechter und klimafreundlicher Mobilität äußerte  Stadtwerke-Geschäftsführer Rieke bei einer Energiewende-Diskussion in der Universität:

„Das würde uns schon weh tun, weil es einige Tickets weniger mit sich bringt“.

Dieselbusse werden Ihren Teil dazu beitragen, dass Grenzwerte in der Innenstadt überschritten werden. Neue Konzepte für erneuerbare und gesunde Mobilität sind notwendig.

Schon bei unserer Auftakt-Mahnwache und kürzlich bei Gesprächen im Rathaus haben Politikerinnen und Politiker mehrerer Fraktionen und Gruppen die Petition unterzeichnet. Wir freuen uns jetzt erstmal über die begonnene Diskussion und sind gespannt wie es in der Stadtpolitik weitergeht!

Nach der Petitions-Übergabe schauten wir auf ein Gespräch bei Klaus Rees von den Grünen vorbei und versuchten im Anschluss spontan ein paar aufgeworfene Fragen zum Klimaschutzkonzept der Stadt und dem Energiekonzept der Stadtwerke im Umweltamt zu stellen. Mangels Geprächspartner verschoben. Einen schönen Schnappschuss hat es aber eingebracht:

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Einladung zur Übergabe der Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“ im Bielefelder Rathaus

Ein Vor- und Leitbild für diese Petition:
Der leider schon verstorbene Träger des Alternativen Nobelpreises und SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer ist ein gutes, motivierendes Vorbild für die Stadt Bielefeld und das städtische Unternehmen Stadtwerke. Im Jahr 2010 sagte er zur Umsetzung der Energiewende:

Meine Überzeugung ist, dass dieser Wechsel schneller realisiert werden kann, wenn wir alle dafür notwendigen Kräfte mobilisieren, im Zeitraum etwa eines Vierteljahrhunderts – weltweit, in einigen Ländern und Regionen auch schon früher“

Petition für Energiewende in Bielefeld

  • 779 Menschen unterstützen „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“

  • Übergabe am Donnerstag 12.05.2016 um 11 Uhr im Bielefelder Rathaus

Zuletzt bei den Bielefelder Nachtansichten gab es regen Zuspruch und so konnten insgesamt 779 Unterstützende für die Petition gewonnen werden. Die Sammlung fand aus Anlass der Jahrestage der Atomkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl in den Monaten März und April 2016 statt. Ziel ist eine Diskussion und Beschlussfassung für eine beschleunigte Bielefelder Energiewende im Rat der Stadt Bielefeld.

Am Donnerstag erfolgt im Raum G 235 des Rechtsamtes im Neuen Rathaus die öffentliche Übergabe an den Vorsitzenden des Bürgerausschusses, Herrn Henrichsmeier. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, sowie Medien sind herzlich eingeladen. Für eine visuelle Untermalung der Anregungen wird eine plastische Umsetzung des Sprichwortes „der Strom kommt aus der Steckdose“ sorgen.

Petition mit Begründung: https://www.openpetition.de/petition/online/oekostrom-stadt-bielefeld-jetzt-graustrom-ende-bei-den-stadtwerken-bielefeld

Bericht von der Abschluss-Unterschriftensammlung:
http://bielefeld-steigt-ein.de/letzte-unterschriftensammlung-blitzlichter-aus-bielefeld

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Letzte Unterschriftensammlung: Blitzlichter aus Bielefeld

 Am 30. April haben wir zu viert nochmal über 250 Unterschriften auf den Nachtansichten gesammelt und haben damit 779 Unterstützende für unsere Anregung an die Bielefelder Politik. Der Petitionsanhänger mit Discokugel passte zum Programm des Abends. An unserem 2. Haltepunkt an der Kunsthalle wurden wir von einem freien Mitarbeiter der NW interviewt. Es erschien ein schöner, kleiner Artikel:

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http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20781451_Initiative-sammelt-Unterschriften-fuer-Oekostrom.html

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An der Kunsthalle war auch die Anti-Kaselowsky-Initiative aktiv und forderte Hinweise zur Nazi-Vergangenheit an einem in der Kunsthalle hängenden Porträt des damaligen Oetker-Chefs.

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Weiter ging es über Naturkundemuseum …

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… und Galerie 61 …

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… zum Kunstverein Bielefeld. Dort wurde dem DJ, der feinste Discoklänge auflegte, auch ein Petitionsflyer überreicht. Viele Menschen unterschrieben.

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Am alten Markt kam Stadtwerke Geschäftsführer Uekmann (über der Frau mit der roten Jacke) mit Familie am Petitionswagen vorbei. Auch er bekam einen Flyer. Etwas unschön ist, dass er sich zu der Ausssage herabließ: „Das kommt nicht durch“. So kann man Menschen natürlich auch von der Transparenz, Nachhaltigkeit und Bürgernähe der Stadtwerke überzeugen. Schauen wir mal ;-)

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Via Rathaus ging es zur „Raumstation“ in der Mittelstraße, wo wir auf einen Stadtwerke-Angestellten trafen, der uns von Fehlern im AKW Grohnde berichtete. Offenbar machen Defekte und Versäumnisse unter Technikern im Unternehmen die Runde, auch wenn sich Unternehmen und Stadt nicht dazu äußern.

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Nach dem Theaterlabor Tor 6 machte das Petitionsmobil noch bei Artists Unlimited, am Kesselbrink und dem historischen Museum Station.

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Am Cutie unter dem Ostwestfalendamm endete die Nacht…

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… mit einem Fläschen Sekt und dem Tanz in den Mai. Dort konnte ich noch ein Gespräch mit dem Bielefelder Jusovorsitzenden führen, der versprach, sich mit den Beschlussvorlagen auseinanderzusetzen.

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Heute: Tag der Erneuerbaren Energien + „Last Chance“ Petition zu unterschreiben!

Heute bis Mitternacht kann man noch: http://bielefeld-steigt-ein.de/#unterschreiben. Schon gesammelte Listen können noch eine Woche lang bei openpetition.de hochgeladen werden. Heute Abschluss-Sammlung auf den Bielefelder Nachtansichten.

Die Neue Westfälische veröffentlichte zum heutigen Tag der erneuerbaren Energien ein Interview. Raten Sie mal mit wem… mit einem RWE-Vorstand. Vielen Menschen denken zurecht bei RWE zuerst an den notorischen Braunkohletagebau- und Atomkraftwerksbetreiber und Werbung mit „greenwashing“-Effekt.

Den Stadtwerken Bielefeld geht es ähnlich: Kommunale Eigentümer im Nacken, die Energiewende verschlafen und auf Atom- und Kohlestrom gesetzt. Sie wollen nach aktuellen Planungen auch nicht mit dem Atom- und Kohlestromhandel aufhören. Mit der Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE!“ wollen wir den Stadtrat anregen, eine echte Energiewende zu beschließen und diese bei den Stadtwerken einzufordern!

Nach Fukushima hat der Bielefelder Rat nur „zur Kenntnis genommen“, dass sein Stromkontingent aus dem gemeinsam mit E.ON betriebenen AKW Grohnde irgendwann im Jahr 2018 endet. Bei Defekten, wie aktuell im Kühlsystem des AKW, hört man von der Bielefelder Politik keine kritischen Töne. Das muss sich ändern!

Heute Nacht wird mit einem Fahrradanhänger, Antiatom-Fahne und mit per Ökostrom-Akku betriebener Discokugel auf den Nachtansichten der letzte Tag der Unterschriftensammlung gefeiert. Anfang Mai gehen wir dann in die Diskussion mit dem Stadtrat und freuen uns auf Unterstützung bei der Petitionsübergabe und den weiteren Terminen bei der Stadt. Die werden wir nochmal groß ankündigen.

Danke für alle Unterschriften!

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Bielefeld: Petitionsübergabe im Mai, akute Fragen zum AKW Grohnde

Unsere Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE!“ ist mittlerweile im Rathaus ein Thema und wurde dort auch schon fleißig unterschrieben. Umweltdezernentin und Rechtsamt sind im Gespräch zu Übergabemodalitäten. Wir freuen uns darauf, über den Bürgerausschuss auf die Tagesordnung des Rates zu gelangen. Im Rat kann dann Diskussion und eine hoffentlich positive Entscheidung für die Bielefelder Energiewende stattfinden.

Aktuell gibt es auch konkrete Fragen zum aktuellen Schaden im AKW Grohnde, die in einer „offenen Email“ an die Pressesprecher der Stadtwerke, den Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, die Umweltdezernentin und die Parteien im Bielefelder Rat gestellt wurden:

Wieder einmal sind bei Wartungen im AKW Grohnde gefährliche Schäden, diesmal im Kühlsystem, entdeckt worden. Passenderweise zum 30. Tschernobyl-Jahrestag verkündete E.ON nun eine Auszeit von weiteren 4 Wochen.

Ich wünsche mir, sowohl von der Stadt Bielefeld, als auch von den Stadtwerken Bielefeld, dass solche Störungen prominent auf der Stadtwerke-Bielefeld-Homepage und auf bielefeld.de bekanntgegeben und Hintergründe erläutert werden. Zudem erwarte ich von einem verantwortungsbewussten AKW-Miteigentümer, dass kritisch nachgefragt wird, wie es zu diesen Schäden kommen konnte. Auch das hätte ich dann gerne veröffentlicht gesehen.

Zum Fukushima-Jahrestag verkündete E.ON eine Stromerzeugungs-Weltrekord in Ihrem gemeinsamen AKW, nun gibt es Verschleißerscheinungen im Kühlsystem. Gibt es da einen Zusammenhang?

Ist Ihnen das Szenario der Bundesregierung bekannt, dass bei einem GAU in Grohnde mit bis zu 1000 Toten rechnet?
http://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/704446/behorden-simulieren-super-gau-in-niedersachsen

Mischen Sie sich ein und fordern von E.ON, das AKW schon 2018 aufzugeben, statt weitere Stromkontingente zuzukaufen und bis Ende 2021 weiter zu betreiben? Wie ist der aktuelle Stand dazu?

Wann übernimmt Bielefeld endlich Verantwortung und steigt nach über 30 Jahren aus der Atomstromnutzung aus? In dieser Hinsicht werden wir im Mai mit einer Petition an den Stadtrat herantreten und hoffen auf Unterstützung für unser hoffentlich gemeinsames Ziel: Ein Atomausstieg vor dem nächsten Super-Gau, für den jeder einzelne Schritt zu weniger Atomstrom wichtig und richtig ist.

Mit der Hoffnung auf Antworten,
viele Grüße,

André Plümer

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30 Jahre nach Tschernobyl: AKW Grohnde bleibt wegen Schaden im Kühlsystem abgeschaltet

Heute ist der 30. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe. Das AKW Grohnde ist wegen Schäden im Kühlsystem an diesem Tag aus und bleibt es für weitere 4 Wochen, wie  Reuters online berichtet.

Spontan wurden heute vormittag die Ratsfraktionen von SPD, Grüne, Linke und FDP  besucht und an diesem besonderen Datum zu unserer Petition für Atomstrom-Ende in Bielefeld informiert. Auch, dass die Stadt von sich aus öffentlich zu Störungen im AKW Stellung nimmt, wurde gefordert.  Alle besuchten Fraktionen nahmen sich die Zeit für ein Gespräch und versprachen ihre VertreterInnen im Bürgerauschuss und teils auch im Rat zu informieren.

Man kann sich auch besssere Meldungen zu Jahrestagen wünschen. Während Betreiber E.ON zum 5. Fukushima-Jahrestag im März einen Stromerzeugungs-„Weltrekord“ beim AKW Grohnde verkündete, bleibt das AKW nun am 30 Tschernobyl-Jahrestag wegen Schäden im Kühlsystem abgeschaltet. Die Schäden wurden zudem erst veröffentlicht, als Atomkraftgegner Nachfragen stellten.

Ging AKW-Betreiber E.ON auf Rekordjagd und riskierte damit die Schäden, die nun erst bei der „Revision“, einer regelmäßigen Abschaltung für Wartungsarbeiten, entdeckt wurden? Eine Kühlpumpe sei mechanisch defekt und Verschraubungen im „Volumenregelsystem“ undicht. Beides wichtige Teile zur Kontrolle und Kühlung des Reaktors. Urspünglich hieß es: Zwei Wochen länger als geplant, bleibe das AKW vermutlich vom Netz. Nun sind wir bei 4 zusätzlichen Wochen. Besser wäre, es bleibt ganz aus:

Anwohner klagen aktuell gegen den Weiterbetrieb des AKW. Ihre Unterstützer von der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten!“ fordern seit langem die Stilllegung: Das AKW wäre nicht mehr genehmigungsfähig, Schutz vor großen Gefahren wurde beim Bau nicht berücksichtigt. Nachrüstungen von völlig sinnfreien „Nebelmaschinen“ gegen Angriffe mit Flugzeugen sind nur politische Nebelkerzen, erhöhten aber nicht real die Betriebssicherheit.

„Offensichtlich schlummern häufig Defekte im AKW Grohnde, die von keinem Kontrollsystem erfasst werden und somit mindestens bis zu den Revisionsarbeiten unentdeckt bleiben. Das ist besorgniserregend und muss die Niedersächsische Atomaufsicht endlich alarmieren, entsprechende Maßnahmen anzuordnen“, sagt Karsten Schmeißner von der Regionalkonferenz.

Dass in Grohnde aktuell etwas nicht stimmt, war erst aufgefallen, als zwei Tage nach dem geplanten Revisionsabschluss am 17. April noch immer kein Rauch über den Kühltürmen sichtbar war. Erst auf Nachfrage in Fachkreisen erfuhr die Regionalkonferenz von den Vorfällen. Und erst dann veröffentlichten e.on am 20.4. und das Niedersächsische Umweltministerium am 21.4. entsprechende Pressemitteilungen.

„Es kann nicht sein, dass die Öffentlichkeit erst Tage später informiert wird. Die Bevölkerung hat das Recht, unmittelbar nach bekannt werden solcher Vorkommnisse in Kenntnis gesetzt zu werden,“ so Karsten Schmeißner weiter. Erinnert sei an die Beinahe-Katastrophe vom April 2014 im Französischen AKW Fessenheim. Erst jetzt, zwei Jahre später, ist es Journalisten gelungen, den Vorfall aufzudecken. Mehr Sicherheit schafft nur eines: Die Stilllegung aller AKW!

 

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Toller Film – Jetzt im Kino: „Power to Change – Die EnergieRebellion“!

Erst überwog die Skepsis: Die Stadt Bielefeld ist AKW-Miteigentümer, aber das städtische Umweltamt lud zur Premiere dieses engagiert gemachten Films. Er fordert nicht weniger, als sich überall weiter für den Umstieg auf Erneuerbare Energie einzusetzen. Das passt nicht zusammen, denn die Stadt ist trotz aktuell rot/grün/orangener Stadtrats-Koalition nicht als Energierebell bekannt, sondern als unkritischer Atomstromnutzer mit 40% Atomstrom im Stadtwerke-Mix.

Der Film ist grandios und zeigt auch solche Brüche in der Gesellschaft. Regisseur Carl A. Fechner forderte im Anschluss zurecht auf, den Film weiterzuempfehlen, warb für das Kino als „Event-Ort“ und eine Energiewende von Unten. Mit Betreibern von AKW könne er schlecht reden, der Betrieb sei einfach unmoralisch. Diese Kritik sollte der Bielefelder Stadtrat sich annehmen:

Nach Fukushima wurde im Rat nur „zur Kenntnis genommen“, dass das Eigentümer-Stromkontingent aus dem AKW Grohnde Mitte 2018 aufgebraucht ist. Das Energiekonzept der Stadtwerke wurde auch nach der AKW-Katastrophe ohne Änderungen durchgewunken. Man hat keine ambitionierten Ziele für erneuerbare, aber eine starke Lobby für alte Energie.

Dies zeigt auch der Film: „Power to Change“ erklärt anhand von sehr unterschiedlichen Protagonisten, an welchen Stellen die Kraft zur Veränderung vorhanden ist, wie sie aber auch mit Rückschlägen und rückwärtsgewandten, politischen Amokläufen zu kämpfen hat:

Zum Beispiel erlaubte die EU, dass der Neubau von unwirtschaftlichen und gefährlichen Atomkraftwerken in England staatlich subventioniert wird, statt auf die verfügbaren und günstigeren erneuerbaren Energien zu verweisen. „Power to Change“ macht so nachdenklich und ermutigt aber zugleich, weiter für die Energiewende vor dem nächsten Super-Gau zu kämpfen.

Herr Fechner unterzeichnete im Kinofoyer die an den Bielefelder Stadtrat gerichtete Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“, konnte sich zu den Forderungen aber ein: „Das ist aber wenig“ nicht verkneifen. In Bielefeld erscheint aber manchen schon so etwas einfaches – wie der Wechsel zu Ökostrom bei städtischen Gebäuden – als undurchführbar.  Viele aus der Lokalpolitik wollen anscheinend die Stadtwerke nicht kritisieren und weiter Geld aus dem Unternehmen einstreichen.

In Gütersloh untersagte der Landrat wohl persöhnlich, den Film im Namen des Landkreises zu präsentieren. Das städtische Umweltamt tat es dann. Schon kleine Dinge brauchen also Mut und den wünsche ich mir auch in Bielefeld, damit aus einer Filmvorführung ganz konkrete und große Schritte werden.

Der Film läuft in der Bielefelder Kamera. Es lohnt sich, nach Terminen von Sondervorstellungen zu fragen, denn der Regisseur wünschte sich speziell Vormittagstermine für Schulklassen und Abendvorstellungen für Arbeitende: http://www.kamera-filmkunst.de/termine-und-onlinereservierung/

Die Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“ kann noch bis einschließlich 30.4.2016 unterzeichnet werden: http://bielefeld-steigt-ein.de/#unterschreiben

Der Regisseur im Interview:

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Petitions-Endspurt bei den „Nachtansichten“

Noch bis Samstag 30.4.2016 um Mitternacht kann die Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“ unterschrieben werden. Mit einem beleuchteten Petitions-Fahrradanhänger ziehen wir von 17:45 bis 23 Uhr bei den „Nachtansichten“ durch Bielefeld. Vor vielen Veranstaltungsorten sammeln wir nochmal was das Zeug hält.

Ab 23 Uhr werden wir die letzten Papierlisten abfotografieren, hochladen und Postleitzahl pro Unterschrift eintippen, damit auch alle Unterschriften gezählt werden.

Um 0 Uhr ist dann eine Flasche Sekt fällig. Auf das der Stadtrat unser Engagement würdigt und die Beschlussvorlagen umsetzt, die wir dem Bürgerausschuss im Mai öffentlich übergeben.

Vorläufiger Fahrplan des Petitions-Mobils:

  • 17:45 Uhr Historische Sammlung Bethel, Kantensiek 9
  • 18:15 Uhr Kunsthalle Bielefeld
  • 18:45 Uhr NAMU
  • 19:15 Uhr Galerie 61, Neustädter Str. 10
  • 19:45 Uhr Bielefelder Kunstverein, Welle 61
  • 20:15 Uhr Theater am alten Markt
  • 20:45 Uhr Altes Rathaus Bielefeld
  • 21:15 Uhr Raumstation, Mittelstr. 9
  • 21:45 Uhr Tor 6 Theaterhaus, Hermann-Kleinewächter-Str. 4
  • 22:15 Uhr Artists Unlimited, Viktoriastr. 24
  • 22:45 Uhr Historisches Museum Bielefeld
  • Abschluss der Sammlung und Hochladen der Listen.

Aktuelle Infos auf http://bielefeld-steigt-ein.de

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Jetzt über 250 Unterschriften für Petition / „Power to change“-Film am 19.4. in Bielefeld

Nach einer kurzen Unterschriftensammlung auf dem Kesselbrink-Markt am Samstag sind wir bei über 250 Unterschriften für die Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“ angelangt. Weitere wollen wir unter anderem am 19.4. um 19 Uhr bei der Vorführung des Filmes „Power to Change – Die EnergieRebellion“ in der Bielefelder Kamera  sammeln. Erstaunlicherweise wird der Film vom städtischen Umweltamt mitpräsentiert.

Auch der Regisseur Carl-A. Fechners ist anwesend und steht zu seinem neuen Film Rede und Antwort. Der Film soll eine informative Reise zu den Möglichkeiten und Chancen sein, die neue Technologien im Bereich der Energieversorgung bieten, und zugleich ein leidenschaftliches Plädoyer für das Jahrhundertprojekt Energiewende. Aus der Ankündigung:

„Mit sachkundiger Unterstützung und viel Hintergrundwissen stellt der Filmemacher die Visionäre, Macher und Unterstützer mit ihren kreativen Ideen vor, die sich für eine demokratische und umweltschonende Energieversorgung engagieren.“

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Oberbürgermeister bei Energiewende-Veranstaltung informiert

„Die Energiewende geht weiter – Perspektiven für OWL“ hieß es am 6. April 2016 im Hörsaal 6 der Uni Bielefeld. Dort diskutierte eine Mischung aus TechnikerInnen, Initiativen, Politik und Wirtschaft „die Energiewende“, nachdem Prof. Dr. Helmut Stiebig über den aktuellen Stand einen Überblick verschafft hatte.

Als bei der Themensammlung für die Podiumsdiskussion die laufende Petition „Ökostrom.STADT + Graustrom.ENDE“ angesprochen wurde, war Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke sichtlich irritiert. Das Thema kam dann auch später auf dem Podium nicht vor.

Holger Krings aus dem Technology Management der Firma Phoenix Contact, forderte in der Diskussion smart gemanagte, aber günstige Lösungen: Mit eigener Solaranlage solle man „seinen“ zu Hause erzeugten Strom z.B. auch dort aus dem Netz bekommen, wo tagsüber das eigene Elektromobil steht. Einige erfrischende Worte brachte Johannes Lackmann, Geschäftsführer der Westfalen Wind GmbH, in die Runde. Er forderte vehement sofortige Schritte, statt Warten auf smarte Zähler oder Grids.

Stadtwerke Geschäftsführer Rieke hielt sich mit neuen Ideen Zurück und betonte, dass sein Unternehmen Kohlekraftwerke stilllegen musste und das dies Geld kostet. Zudem beklagte er günstige Braunkohle, verschwieg aber dezent, das die Stadtwerke weiter mit Kohlestrom handeln.

Bei der Forderung nach klaren Energiespar-Vorgaben für Neubauten und insbesondere eingene Vorbildfunktion bei städtischen und Landes-Bauprojekten zog sich Clausen auf den Kostenaspekt zurück, musste sich aber belehren lassen, dass insbesondere bei den von Ihm angesprochenen, jetzt anstehenden Sozialbauprogrammen kosteneutrale Passivhaus-Bauweise möglich ist.

Zum Schluss der Veranstaltung überreichten wir Oberbürgermeister Pit Clausen schonmal einen Flyer, mit der Bitte um Unterstützung unserer Bürgerinitiative FÜR die Energiewende. In der Diskussion hatte der OB Proteste gegen Windräder in Bielefeld angesprochen und mehr Unterstützung, auch von der Wissenschaft, gefordert. Pia Dagason von der EnergieAgentur.NRW sprach über ihre Arbeit beim mittlerweile 100 Mitarbeiter starken „Energie-Dialog“, der mit diesen Initiativen versucht ins Gespräch zu kommen.

Bei Häppchen, Getränken und kleineren Diskussionen klang der Abend aus. Die weiteren Veranstaltungen sind hier aufgelistet: https://ekvv.uni-bielefeld.de/kvv_publ/publ/Lehrende_Veranstaltungen.jsp?personId=9285231&lang=de

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